Seltene Messingtrompeten aus dem 16. Jahrhundert im südlichen Istrien entdeckt

Eine bahnbrechende Entdeckung in der Unterwasserarchäologie

Unterwasserarchäologen haben vor der Südküste Istriens in der Nähe von Kap Kamenjak eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht. Sie haben in einem gesunkenen Schiff aus dem 16. Jahrhundert einen bemerkenswerten Fund gemacht – seltene Messingtrompeten, die weltweit einzigartig sind.

Die Vergangenheit enthüllen: Messingtrompeten aus dem 16.

In den Tiefen der Adria, in der Nähe der ruhigen Gewässer von Premantura, haben Archäologen ein Schiffswrack voller historischer Schätze entdeckt. Unter diesen Schätzen befinden sich außergewöhnlich seltene Messingtrompeten aus dem späten 16. Jahrhundert, die in den Niederlanden hergestellt und noch nie zuvor an einer anderen archäologischen Stätte gefunden wurden.

Eine seltene und kostbare Fracht

Dr. Luka Bekić vom Internationalen Zentrum für Unterwasserarchäologie in Zadar gab Einblicke in diesen unglaublichen Fund. „Diese Trompeten wurden in Stücken transportiert. Anhand der Anzahl der Teile schätzen wir, dass es mehr als zehn Trompeten waren. Weltweit gibt es weniger als zehn Trompeten aus dem 16. Jahrhundert in bekannten Museen.“

Dank dieser Entdeckung beherbergt Istrien die weltweit größte Sammlung dieser seltenen Trompeten, die ausschließlich in Leiden in den Niederlanden hergestellt werden. Außerdem enthielt die Schiffsladung Perlen und Keramikgefäße, wahrscheinlich auf dem Weg nach Venedig, das zu dieser Zeit unter einer Hungersnot litt.

Die Bestätigung der niederländischen Herkunft des Schiffes

Die Herkunft des Schiffes wurde auch durch die nordeuropäische Keramik bestätigt, die neben den Trompeten gefunden wurde. Dr. Bekić betonte, dass diese Artefakte ein solider Beweis für das niederländische Erbe des Schiffes sind.

Fortgeschrittene Techniken der archäologischen Dokumentation

Roko Surić, ebenfalls vom Internationalen Zentrum für Unterwasserarchäologie, erläuterte den Einsatz moderner digitaler Methoden bei der Dokumentation der Stätte. „Heute können wir mit digitalen Methoden ein photogrammetrisches Modell erstellen, das die Tauchzeit verkürzt und eine präzise Dokumentation des untersuchten Gebietsabschnitts ermöglicht, so dass wir letztendlich ein vollständiges Bild des Gebiets erhalten.“

Ausstellung Bewahrung und Zukunft

Es wird erwartet, dass die Trompeten nach einer sorgfältigen Restaurierung in Pula ausgestellt werden. In der Zwischenzeit werden die Überreste des Schiffes, darunter drei Kanonen, unter Wasser bleiben, geschützt durch eine hochmoderne Methode, die zum ersten Mal bei diesem Projekt eingesetzt wurde.

Modernste Konservierungstechniken

Zdenka Vrgoč hob die innovativen Konservierungstechniken hervor, die auf der Baustelle eingesetzt werden. „Wir haben die Kanonen mit Anoden geschützt und die Potentiale mit diesem Instrument gemessen. Diese Methode hat sich als äußerst effektiv erwiesen und gewährleistet, dass nicht nur Kanonen, sondern auch Schiffe und andere Metallobjekte unter Wasser konserviert und der Öffentlichkeit präsentiert werden können.“

Eine Attraktion für Taucher

Es wird erwartet, dass dieser neueste Fund Taucher aus der ganzen Welt anzieht. Robert Lehotkaj vom Diving Center Indije sagte: „Neue Entdeckungen bedeuten neue Möglichkeiten für Taucher, neue Orte zu erkunden. Dieser Ort wird sowohl neue als auch erfahrene Taucher anziehen, die nach neuen Erfahrungen suchen.“

Südliches Istrien: Ein Zentrum des Unterwassererbes

Über 20 versunkene Schiffe wurden bisher im südlichen Istrien entdeckt, von denen fünf unter Schutz stehen. Diese jüngste Entdeckung fügt dem reichen Unterwassererbe der Region ein weiteres bedeutendes Kapitel hinzu.

Schlussfolgerung

Diese bahnbrechende archäologische Entdeckung bereichert nicht nur unser Verständnis des historischen Seehandels, sondern positioniert den Süden Istriens auch als bedeutende Stätte für Unterwasserarchäologie und Tauchtourismus. Die Region offenbart weiterhin ihre verborgenen Schätze und lädt Geschichtsbegeisterte und Abenteurer dazu ein, ihre Tiefen zu erkunden.